Gesetzliche Anforderungen zur Dioxin-Emissions-Überwachung

 

Die gesetzlichen Regelungen für genehmigungspflichtige Anlagen in Deutschland sind unter anderem in der 17. BImSchV und der TA Luft beschrieben. Auf EU Ebene ist hier die Industrieemissionsrichtlinie 2010/75/EU (IED) bindend. In den genannten Dokumenten sind zur Überwachung der Dioxinemissionen pro Jahr 2 – 3 Probenahmen von 6 – 8 h vorgeschrieben.

 

Seit Mitte der 90er Jahre wurde in verschiedenen Untersuchungen festgestellt, dass gerade beim An- und Abfahren von Verbrennungsanlagen die Dioxinemissionen im gereinigten Abgas bis zum tausendfachen im Vergleich zu normalen Betriebsbedingungen ansteigen können.


Andere Messungen ergaben, dass ca. 60 % der jährlichen Dioxinemissionen einer Anlage in ein bis zwei An- und Abfahrvorgängen erzeugt werden können. Diese Ergebnisse demonstrierten, dass die Dioxinemissionen solcher Anlagen, mit in der Regel 8.000 Betriebsstunden pro Jahr, mit ein bis zwei Messungen pro Jahr von maximal 8 Stunden nicht genau genug quantifiziert werden können. Solche manuellen Kurzzeitmessungen repräsentieren nur 0,1 – 0,2 % der jährlichen Betriebsstunden der zu überwachenden Anlagen. Dies bedeutet, dass für mehr als 99 % der Betriebszeit keine Überwachung der Dioxinemissionen gewährleistet ist.

 

Nach der Markteinführung des AMESA D Systems vor 20 Jahren und einigen positiven Erfahrungen mit der kontinuierlichen Überwachung, wurde die kontinuierliche Überwachung der Dioxinemissionen in allen Müllverbrennungsanlagen (MVA´s) zunächst in Belgien (seit 2000), Italien (seit 2005) und in Frankreich (seit 2010) gesetzlich vorgeschrieben.

 

Das hiermit verbundene gestiegene Interesse an der kontinuierlichen Überwachung führte wurde vor einigen Jahren auch von der Europäische Kommission erkannt, woraufhin eine Norm zur kontinuierlichen Erfassung der Dioxinemissionen aus stationären Quellen erarbeitet wurde. Diese Norm wurde als CEN/TS 1948-5 im April 2015 veröffentlicht. Das AMESA D-System entspricht im vollen Umfang den Anforderungen der CEN/TS 1948-5. 

 

Nach der IED muss periodisch wiederkehrend der Stand der Technik überprüft und in den BVT-Merkblättern dokumentiert werden. Bei der aktuellen Überarbeitung des BVT-Merkblatts Müllverbrennung ist die Langzeitprobenahme von Dioxinen auf jeden Fall ein Diskussionsthema. Mit der Veröffentlichung der CEN/TS 1948-5 wurde die Basis geschaffen um die Möglichkeit eines breiteren Einsatzes von Langzeitprobenahmesystemen in der EU zu ermöglichen.