Quecksilber-Emissionen - Fakten und Anforderungen

 

 

 

Die Quecksilber-Emissionen aus Kohlekraftwerken und der Goldgewinnung führen weltweit zu wachsenden Umweltbelastungen. Vor allem steigt die Konzentration an hochtoxischem Methylquecksilber in Fischen und die lebensmittelrechtlichen Grenzwerte werden immer häufiger überschritten. Quecksilber kann Hirnschäden verursachen und ist im Verdacht krebserzeugend zu wirken.

 

Unter anderem aus den genannten Gründen gibt es weltweit politische Bestrebungen Quecksilberemissionen und die damit verbundenen Schädigungen von Natur, Umwelt und Mensch, zu minimieren. Dies wird zurzeit unterstützt durch die Umsetzung der Minamata-Konvention (www.mercuryconvention.org), welche zur Erreichung der geforderten Ziele, die Einführung von niedrigeren Emissionsgrenzwerten und damit verbundenen neuen Monitoring-Technologien voraussetzt.

 

Ein Fokus der Quecksilberemissionen liegt hierbei auf den Kohlekraftwerken, Zementwerken aber auch Verbrennungsanlagen. In den USA werden z.B. allein von den Kohlekraftwerken jährlich mehr als 40 Tonnen Quecksilber emittiert. In Deutschland betragen die jährlichen Quecksilberemissionen aus Industrieanlagen ca. 10 Tonnen pro Jahr.

 

Die Grenzwerte für Quecksilberemissionen sind in Deutschland in der 13. und 17. BImSchV festgelegt. Der niedrigste hier festgelegte Grenzwert ist der Jahresmittelwert von 10 µg/m3, welcher aber auch erst ab dem Jahr 2019 eingehalten werden muss.  

  
Während in den USA seit April 2015 strenge Quecksilbergrenzwerte für Kohlekraftwerke gelten, ist in Deutschland erst ab dem Jahr 2019 eine Grenzwertsenkung vorgesehen. Im Vergleich mit den USA wird Deutschland dann eine 1,5- bis 5-fach höhere Quecksilberemission erlauben. Im Juni 2015 hat die Europäische Union neue Beschlüsse zum fortgeschrittenen Stand der Technik bei der Quecksilberminderung in großen Kohlekraftwerken gefasst. Die Beschlüsse besagen, dass mit quecksilberspezifischen Minderungstechniken (wie sie in den USA zum Einsatz kommen) jährliche Emissionswerte unter 1 µg/m3 in großen Kraftwerken erreicht werden können. Die Beschlüsse der EU-Arbeitsgruppe werden voraussichtlich im Jahr 2017 im Amtsblatt veröffentlicht und gelten für bestehende Anlagen spätestens im Jahr 2021.

 

Zur Überwachung der Quecksilberemissionen ist auch als standardisiertes Verfahren, die kontinuierliche Probenahme des Abgases, und Sammlung des Quecksilberanteils auf Adsorptionsröhrchen, in Verbindung mit einer regelmäßigen Analyse der zeitlich-integrierten Proben, erlaubt. Zur möglichen Anwendung der sogenannten „Sorbent Trap Methode“ wird zurzeit in der CEN-Arbeitsgruppe WG 8 des TC 264, das Probenahmeverfahren standardisiert. Nach aktueller Planung soll die Norm als CEN/TS bis Ende 2016 veröffentlicht werden.

 

Der Aufbau des AMESA M Systems entspricht den Anforderungen dieser zukünftigen Norm.